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Montag, 28. Juli 2014

SodaSteam - Testsieger mit schlechter Herkunft

Marc Harrison, GBCS
Marc Harrison, GBCS-Director
von Peace with Justice
Das General Board of Church and Society (GBCS) der Evangelisch-methodistischen Kirche hat an seiner letzten Sitzung  im Februar 2014 beschlossen, den Boykott von SodaStream zu unterstützen. Daran sei in diesen Tagen von Gewalt und Tod im Nahen Osten erinnert.
In den USA eines von 23 “Products of the Year”, aber auch Testsieger der Schweizer Konsumentenzeitschrift "Saldo", ist das Sprudelgerät von zwielichtiger Herkunft.
SodaStream (früher SodaClub) hat seinen Ursprung in der illegalen israelischen Siedlung Ma'ale Adumim und produziert dort auch heute noch. Die Siedlung ist die drittgrößte illegale Siedlung in der West Bank.
Auf Grundlage der Resolution "6111 Opposition to Israeli Settlements in Palestinian Land", weist das GBCS mit dem Boykott auf die destruktive Auswirkungen der illegalen Siedlungen auf eine friedliche Lösung des israelisch-palästinensischen Konflikts hin. Gleichzeitig fordert das GBCS die Firma auf, ihre Aktivitäten in illegalen Siedlungen einzustellen.
Da 68% des Verkaufs von SodaStream-Produkten auf Europa entfallen, hat der Boykott in dieser Region besonderes Gewicht.
Mark Harrison, GBCS-Verantwortlicher von Peace with Justice hält fest, dass die Evangelisch-methodistische Kirche Produkte "Made in Israel" nicht boykottiert, wohl aber Produkte, die von israelischen Organisationen in okkupiertem Gebiet hergestellt und vertrieben werden. 
Ebenfalls problematisch sind die arbeitsrechtlichen Bedingungen bei SodaStream in der West Bank. So hat der Oberste Israelische Gerichtshof entschieden, dass palästinensische ArbeiterInnen in von Israel okkupiertem palästinensischem Gebieten den gleichen arbeitsrechtlichen Schutz zusteht wie israelischen ArbeiterInnen. Aber ArbeiterInnen in der Fabrik von SodaStream sind verpflichtet, 12 Stunden pro Tag und 60 Stunden pro Woche zu arbeiten. Das widerspricht dem israelischen Arbeitsrecht, welches die Arbeitszeit auf 8 Stunden pro Tag und 45 Stunden pro Woche begrenzt. Nachtarbeit und Überzeit wird ebenfalls nicht mit dem rechtlich verpflichteten Lohnzuschlag abgegolten.

Damit bin ich und sind Sie gefordert. Für mich ist klar, dass ich beim nächsten Kauf eines Soda-Geräts nur das zweitbeste Produkt erstehen werde.
Genauere Informationen zum bereits laufenden Boykott von SodaStream findet man unter http://sodastreamboycott.org.


Kommentare:

  1. Für mich sind 2 Dinge klar:
    1. "kauft nicht bei Juden" hatten wir schon - das will ich nicht mehr!
    2. mit dem Boykott von SodaStream wird erreicht, dass die Firma ihren Sitz verlegt und dadurch auch viele palästinensische Arbeiter ihre Jobs verlieren - Bravo! Hat schon Mal jemand gefragt, was die Arbeiter von diesem Boykottaufruf halten?

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    1. Lieber Sérénité
      Ja, hat man. Die Arbeiter wurden befragt, und haben sich entsprechend geäussert. Es wäre schon viel getan, wenn die Landnutzung den Landbesitzern vergütet würde. Das ist bei uns Gang und Gäbe. Man nennt das "Baurecht". Und die Steuern müssten entsprechend an das Land bezahlt werden, in dem man produziert.
      Sie möchten sicherlich auch nicht, dass Einwanderer Ihnen ihr Land wegnehmen, um dort auf ihre Kosten zu produzieren. Das hat mit Boykott von Juden nichts zu tun, wohl aber mit dem Boykott von durch Unrecht produzierten Gewinnen und Produkten. Entsprechend gibt es auch Boykotte von anderen, nichtjüdischen Produkten und Firmen.

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